Nach der Saison ist vor der nächsten Saison

Mitte August schicke ich meinen Shop jedes Jahr für ein paar Wochen in den Urlaub. Für viele klingt das wahrscheinlich nach der schönsten Zeit des Jahres: Saison vorbei, Shop geschlossen, endlich Urlaub. Ganz so einfach ist es bei mir allerdings nicht. 😉 Bevor ich tatsächlich die Füße hochlegen kann, steht erst einmal einiges auf dem Programm.

Nach der Saison ist vor der Saison

Inhaltsverzeichnis

Erst einmal: aufräumen, saubermachen und durchatmen

Nach den vergangenen Monaten ist zunächst einmal Aufräumen angesagt. Materialien werden sortiert, alles wird wieder an seinen Platz geräumt, die Maschinen werden gründlich gereinigt und gewartet und natürlich wird auch mein Materiallager wieder ordentlich durchgesehen.

Und dann wäre da noch der Staub.

Wer schon einmal in einer kleinen Werkstatt mit Stoffen, Pappe und Maschinen gearbeitet hat, weiß vermutlich, wovon ich spreche. Das Entstauben nimmt tatsächlich jedes Jahr erstaunlich viel Zeit in Anspruch. 😅

Erst wenn alles wieder sauber und ordentlich ist, gibt es eine Pause.

Und dann gibt es tatsächlich zwei Wochen Urlaub mit meiner Familie.

Diese Zeit brauche ich sehr. Ich kann Abstand von der vergangenen Saison gewinnen, neue Energie tanken und gleichzeitig ein bisschen darüber nachdenken, was im kommenden Jahr ansteht.

Der Umzug

Dieses Jahr habe ich die erste Saison in meinem neuen Laden gearbeitet. Im März bin ich nur zwei Straßen weiter gezogen und es ist immer noch irgendwie Chaos.

Schon Wochen und Monate vorher hatte ich wegen der Sache Bauchschmerzen, denn jeder weiß wie es ist umzuziehen: Man sieht erst einmal wie viel man hat. Das ist im Laden nicht anders, über die Jahre hat sich doch einiges angesammelt. Materialien, Stoffe, Maschinen, Verpackungen, Werkzeuge und natürlich jede Menge anderes „Zeug“ das mit muss.

 

Selbstverständlich habe ich mich gehörig verschätzt. Ich bin ein Planungsfreak und habe akribisch den Umzug, den Standort der Maschinen und das Einräumen des Lagers geplant. Geholfen hat es nichts, denn als die Sachen da standen wo ich sie eingeplant hatte, sah natürlich alles ganz anders aus als auf dem Papier.

 

Das Ergebnis: Es ist das passiert was ich vermeiden wollte. Es wurde „schnell“ alles eingeräumt damit ich mit der Arbeit anfangen kann, umräumen kann ich ja wenn die Saison vorbei ist. Naja, das wäre jetzt und irgendwie habe ich darauf nicht wirklich Lust. Nachdem ich aber fertig bin, freue ich mich über die neue Ordnung und vor allem: ich liebe es wenn die Stoffe wie ein Regenbogen angeordnet sind. Das habe ich zwar nur bei den Baumwollstoffen gemacht, aber ich freue mich immer wenn ich daran vorbei laufe und es sehen kann

 

Zumindest konnte ich bei Einzug alles soweit in Ordnung bringen, das die Arbeitsabläufe einigermaßen sinnvoll von statten gehen und ich nicht gänzlich im Chaos versinke.

Das Beste ist aber tatsächlich das ich jetzt einfacher Kunden empfangen kann, bisher war das kaum möglich.


Fürs erste habe ich die Stoffe mal sortiert und ich mich über die neue Ordnung und vor allem: ich liebe es wenn die Stoffe wie ein Regenbogen angeordnet sind. Das habe ich zwar nur bei den Baumwollstoffen gemacht, aber ich freue mich immer wenn ich daran vorbei laufe und es sehen kann

Selbstständig zu sein bedeutet auch, viel nachzudenken

Im Urlaub liege ich natürlich nicht nur auf der faulen Haut (das ist ok für mich), ich denke über viele Dinge nach, wofür ich sonst nicht wirklich Ruhe habe.

Wie wahrscheinlich jeder Selbstständige kenne auch ich die Momente, in denen ich mich frage: Ist das alles eigentlich noch das Richtige?

Es gibt wunderschöne Rückmeldungen von Kunden, die mich unglaublich berühren. Nachrichten von Eltern, deren Kinder sich riesig über ihre Schultüte gefreut haben. Manchmal höre ich sogar, dass ein Kind vor Freude geweint hat, als es seine Schultüte bekommen hat.

Solche Nachrichten sind für mich etwas ganz Besonderes.

Aber natürlich gibt es auch die andere Seite.

Wenn einmal etwas nicht so läuft, wie es sollte, kann eine einzelne negative Erfahrung sehr viel Raum einnehmen. Gerade wenn Kritik sehr persönlich wird und tatsächlich auch manchmal aus der Luft gegriffen, beschäftigt mich das manchmal länger, als mir lieb ist.

Dabei passieren Fehler. Auch mir.

Ich versuche jeden Tag, meine Arbeit sorgfältig zu machen und meine Kunden gut zu beraten. Aber hinter Soyara steht kein großer Konzern und kein anonymes Kundenservice-Team, sondern ein echter Mensch.

Das bedeutet auch: Wenn etwas schiefgeht, nehme ich das ernst und versuche eine gute Lösung zu finden.

Gleichzeitig wünsche ich mir manchmal, dass man sich bei einem Problem zunächst daran erinnert, dass auf der anderen Seite ebenfalls ein Mensch sitzt.

Ich möchte mit meiner Arbeit niemandem etwas verkaufen, was er nicht möchte. Ich möchte niemanden übervorteilen oder ausnehmen. Ich möchte einfach schöne Dinge herstellen und damit Kindern und ihren Familien eine Freude machen. Letztendlich habe ich, wie jeder andere auch, die alltäglichen Rechnungen zu bezahlen.

Und natürlich gilt auch: Nicht jedes Produkt passt zu jedem Budget.

Eine handgefertigte und individuell personalisierte Schultüte kostet mehr als eine Standardschultüte aus dem Schreibwarenhandel. Das ist vollkommen in Ordnung. Jeder darf selbst entscheiden, was er kaufen möchte und wofür er sein Geld ausgeben möchte. Es ist manchmal dann einfach etwas unfair Gründe für eine negative Bewertung zu finden, aber was soll man machen?

Warum ich trotzdem weitermache

Und dann passiert etwas, das diese Gedanken meistens wieder zurechtrückt.

Eine Nachricht kommt.

Ein Foto.

Ein Kind mit seiner Schultüte.

Oder ein paar liebe Worte von Eltern, die erzählen, wie glücklich ihr Kind am ersten Schultag war.

Dann weiß ich wieder, warum ich das mache.

Über die Jahre durfte ich mehr als 1.200 Kunden mit meinen Produkten begleiten. Natürlich kann nicht jede Bestellung perfekt laufen und natürlich wird es immer einmal jemanden geben, der nicht zufrieden ist.

Aber die vielen Menschen, die sich über ihre Schultüte gefreut haben, sind das, woran ich mich erinnern möchte.

Und genau deshalb geht es weiter.

Auf was Du Dich freuen kannst

Die absoluten Lieblinge dieses Jahr waren Schultüte mit Tüll. Ich habe mich deshalb schon umgesehen und wunderschöne Tüllstoff geordert. Von einigen Stoffen habe ich tatsächlich nur wenige Meter, sollte sie also für Dich in die engere Auswahl kommen, warte bitte nicht zu lange. Die Stoffe sind leider nicht nachbestellbar.

 

Auch werde ich neben den gestickten Schultüten auch Varianten mit DTF-Druck anbieten. Es gibt einfach Motive, die mit Stickerei nur sehr schlecht oder gar nicht umsetzbar sind weshalb ich mich für diesen Druck als Alternative entschieden habe.

Vorab möchte ich gleich sagen, dass diese Schultüten in keinem Fall weniger qualitativ hochwertig sind, es ist einfach eine andere Technik die weniger Zeitaufwendig ist als Stickerei und dementsprechend auch etwas günstiger angeboten werden kann. Außerdem kann ich so auf den ein oder anderen Wunsch besser eingehen.

Jetzt ist erst einmal Pause

Nach einer intensiven Schultütensaison freue ich mich deshalb auf ein bisschen Ruhe, meine Familie, neue Ideen und natürlich auf die neuen tollen Stoffe die ich nach dem Urlaub verarbeiten darf.

Und auch wenn ich während des Urlaubs wahrscheinlich nicht jede Minute abschalten kann, ist genau diese Zeit wichtig, um wieder Energie für die nächste Saison zu sammeln.

Denn nach der Saison ist bekanntlich vor der Saison.

Ich freue mich auf alles, was kommt – und natürlich darauf, auch im nächsten Jahr wieder ganz viele besondere Schultüten für kleine ABC-Schützen anfertigen zu dürfen. ❤️

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